Individuelle Software
Kann man ein CRM individuell entwickeln lassen, statt Salesforce zu kaufen?
· 4 Min. Lesezeit
Kurzantwort
Diese Berechnungen stellen viele Geschäftsführer an: Marktführer wie Salesforce wirken auf den ersten Blick überdimensioniert und schrecken durch hohe Lizenzkosten pro Benutzer (Seat-Pricing) ab.
Diese Berechnungen stellen viele Geschäftsführer an: Marktführer wie Salesforce wirken auf den ersten Blick überdimensioniert und schrecken durch hohe Lizenzkosten pro Benutzer (Seat-Pricing) ab. Die naheliegende Frage lautet: Lässt sich das Budget nicht besser in die Entwicklung eines maßgeschneiderten, eigenen Customer Relationship Managements (CRM) investieren?
Die Antwort erfordert eine strategische "Build-vs-Buy"-Analyse. Ein individuelles CRM ist technisch problemlos umsetzbar, aber wirtschaftlich nicht für jedes Unternehmen die beste Wahl.
Das Pricing-Modell von SaaS-Giganten (am Beispiel Salesforce)
Salesforce ist kein einfaches Adressbuch, sondern eine gigantische Cloud-Plattform zur Abbildung komplexer internationaler Vertriebsstrukturen. Eine Standard-Lizenz für den B2B-Vertrieb kostet schnell 150 bis 200 Euro pro Mitarbeiter im Monat.
Wofür zahlen Sie diese Lizenzgebühren?
- Eine hochverfügbare, zertifizierte Cloud-Infrastruktur.
- Tausende vorgefertigte API-Schnittstellen (Integrationen) zu anderen Systemen.
- Ein massives Ökosystem an Erweiterungen (AppExchange).
- Kontinuierliche Sicherheitsupdates (Patching) und Feature-Releases.
Für Konzerne ist dies hochrentabel. Für ein KMU bedeutet es oft: Sie zahlen für 90 Prozent an Funktionen, die Sie niemals nutzen werden.
Das Minimal Viable CRM: Was der Mittelstand wirklich braucht
Die realen Anforderungen kleiner und mittlerer Unternehmen (z.B. ein mittelständischer Handwerksbetrieb oder Dienstleister in Hannover) sehen meist so aus:
- Eine zentrale, von überall zugängliche Kundendatenbank (Single Source of Truth).
- Eine Historie (Aktivitätenprotokoll) über alle Kundeninteraktionen (E-Mail, Telefonate).
- Ein visuelles Pipeline-Management (welche Angebote sind aktuell offen?).
- Automatisierte Follow-up-Erinnerungen für den Vertrieb.
Diese Kernfunktionen rechtfertigen selten den Einsatz von Enterprise-Software.
Option 1: Schlanke Standard-CRM-Lösungen
Der Softwaremarkt bietet exzellente "Mid-Market" Alternativen zu Salesforce. Systeme wie HubSpot, Pipedrive oder ActiveCampaign starten bei 20 bis 80 Euro pro Benutzer im Monat.
- Vorteile: Sie sind sofort out-of-the-box einsatzbereit, besitzen hervorragende Benutzeroberflächen (UX) und verursachen keine initialen Entwicklungskosten.
- Nachteile: Sie bleiben Standard-Software. Sind Ihre internen Freigabeprozesse oder Kalkulationswege extrem branchenspezifisch, zwingen Sie diese Systeme oft zu Kompromissen (Workarounds), die langfristig ineffizient sind.
Option 2: Die individuelle CRM-Entwicklung (Custom Build)
Sie beauftragen eine Softwareagentur, ein CRM exakt entlang Ihrer Wertschöpfungskette zu programmieren – ohne überflüssige Buttons und Funktionen.
Die Wirtschaftlichkeitsrechnung (TCO - Total Cost of Ownership):
- Initiale Entwicklung: ca. 15.000 bis 35.000 Euro (abhängig von Komplexität und Schnittstellen).
- Laufende Kosten (SLA, Hosting): ca. 2.000 bis 4.000 Euro jährlich.
- Lizenzgebühren: 0 Euro (Die Software gehört Ihnen).
Auf Sicht von zwei Jahren ist der Lizenzeinkauf (Option 1) meist deutlich günstiger. Betrachten wir den Zeitraum von fünf bis zehn Jahren – und unterstellen ein wachsendes Vertriebsteam (mehr Lizenzen) – kreuzen sich die Kostenkurven. Ab diesem Break-even-Point ist die Individuallösung wirtschaftlicher, zumal sie exakt auf Ihre Effizienzsteigerung abgestimmt ist und den Unternehmenswert (Digitales Asset) direkt erhöht.
Der Königsweg für 80 Prozent der KMU: Der Hybrid-Ansatz
Oftmals liegt die cleverste Architektur genau in der Mitte: Sie nutzen ein solides Standard-CRM für die Basis, verknüpfen dieses aber durch individuelle Schnittstellen (iPaaS / Middleware) mit spezialisierten Satelliten-Systemen.
Ein Praxis-Setup:
- HubSpot übernimmt das klassische Lead-Management und E-Mail-Tracking.
- Im Hintergrund programmiert ein Dienstleister eine individuelle Schnittstelle (API), die gewonnene Deals an ein maßgeschneidertes, eigens entwickeltes Projekt-Tool übergibt.
- In diesem Custom-Tool findet dann die hochkomplexe, branchenspezifische Ressourcen- und Personalplanung statt, die HubSpot so nie abbilden könnte.
Das Resultat: Sie nutzen die bewährte SaaS-Infrastruktur für die Standard-Aufgaben und investieren Ihr Entwicklungsbudget ausschließlich in die Prozesse, die Ihr spezifisches Alleinstellungsmerkmal (USP) am Markt ausmachen.
Handlungsempfehlung: Wann macht welche Lösung Sinn?
Kaufen (SaaS-Standard) lohnt sich, wenn:
- Das System innerhalb von 14 Tagen produktiv genutzt werden muss.
- Ihre Vertriebsprozesse nicht stark vom Branchenstandard abweichen.
- Sie keine liquiden Mittel für initiale Entwicklungskosten (CapEx) freimachen möchten.
Bauen (Individuelle Entwicklung) lohnt sich, wenn:
- Ihr Geschäftsmodell durch komplexe Datenlogiken bestimmt ist, für die es keine Standardlösung gibt.
- Sie Datensouveränität benötigen (Hosting auf eigenen/deutschen Servern für extreme Compliance-Auflagen).
- Sie für die nächsten fünf bis zehn Jahre strategisch planen und Vendor Lock-ins (Abhängigkeit von Fremdanbietern) vermeiden wollen.
Wenn Sie evaluieren möchten, wo der Break-even-Point für Ihr Geschäftsmodell liegt: Als Digitalisierungspartner für Niedersachsen konzeptionieren und entwickeln wir – als objektiver Berater – sowohl individuelle Lösungen als auch intelligente Hybrid-Systeme für den Mittelstand.
Häufig gestellte Fragen
Salesforce ist kein einfaches Adressbuch, sondern eine gigantische Cloud-Plattform zur Abbildung komplexer internationaler Vertriebsstrukturen. Eine Standard-Lizenz für den B2B-Vertrieb kostet schnell 150 bis 200 Euro pro Mitarbeiter im Monat.
Die realen Anforderungen kleiner und mittlerer Unternehmen (z.B. ein mittelständischer Handwerksbetrieb oder Dienstleister in Hannover) sehen meist so aus: - Eine zentrale, von überall zugängliche Kundendatenbank (Single Source of Truth). - Eine Historie (Aktivitätenprotokoll) über alle Kundeninteraktionen (E-Mail, Telefonate). - Ein visuelles Pipeline-Management (welche Angebote sind aktuell offen?). - Automatisierte Follow-up-Erinnerungen für den Vertrieb.
Der Softwaremarkt bietet exzellente "Mid-Market" Alternativen zu Salesforce. Systeme wie HubSpot, Pipedrive oder ActiveCampaign starten bei 20 bis 80 Euro pro Benutzer im Monat.
Sie beauftragen eine Softwareagentur, ein CRM exakt entlang Ihrer Wertschöpfungskette zu programmieren – ohne überflüssige Buttons und Funktionen.
Oftmals liegt die cleverste Architektur genau in der Mitte: Sie nutzen ein solides Standard-CRM für die Basis, verknüpfen dieses aber durch individuelle Schnittstellen (iPaaS / Middleware) mit spezialisierten Satelliten-Systemen.
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